Turbinen für die Wasserkraft
Eßlinger Zeitung 9. Juni 2010

Ein großer Kran transportiert die Turbine fürs Wasserkraftwerk in die vorgesehene Öffnung.
Esslingen: Kraftwerk auf dem Hechtkopf nimmt Formen an
Punkt neun Uhr treffen die Radlader aus Ungarn mit den beiden Riesenturbinen ein. Die Teile sind für das neue Wasserkraftwerk am Neckar bestimmt. Der große Kran, der die Turbinen durch die Luft in die wartenden Betonbau transportiert, steht bereit und Projektleiterin Claudia Helm beobachtet auf der Baustelle neben der Wehranlage konzentriert den Fortgang der Arbeiten. Im Frühjahr 2011 soll das EnBW-Kraftwerk den Betrieb aufnehmen und bis zu 7,1 Gigawatt Strom im Jahr erzeugen.
Von Gesa von Leesen
Am Freitagnachmittag wurde die Turbine in St. Pölten in Niederösterreich aufgeladen. Dort sitzt die Firma Kössler, eine Tochter des Voith-Konzerns, die die Turbinen gebaut hat. Montagmorgen konnte Peter Domokos mit seiner Fracht starten. „Höchstens 80 Stundenkilometer können wir fahren“, erzählt der Ungar. „Aber es hat alles gut geklappt, am Nachmittag waren wir hier.“ Sein Job ist nun erstmal beendet, Kössler-Mitarbeiter eilen herbei, um die erste der zwei angelieferten Turbinen an den Ketten des Krans zu befestigen. Nach einigem Hin und Her erhebt sich die Getrieberohrturbine in die Luft, schwenkt über die Baustelle und senkt sich langsam in Richtung der Turbinenöffnung. Helfende Hände dirigieren das Teil in die Tiefe, kurz bevor es aufsetzt, greift einer der Kössler-Männer zur Flex: Die Standstützen müssen ab. In wenigen funkensprühenden Minuten ist die Aufgabe erledigt, die Turbine kann aufsitzen.
Im Herbst soll der Bau fertig sein, erklärt EnBW-Sprecherin Maria Dehmer, nach einem Probebetrieb will man das 5,2 Millionen Euro teure Wasserkraftwerk im Frühjahr kommenden Jahres ans Netz nehmen. Der dort erzeugte Strom reiche für etwa 2000 Haushalte. Bislang werden 150.000 Haushalte mit Energie aus dem Neckar versorgt. So erhöht die EnBW nach und nach den Anteil von regenerierbarer Energie in ihrem Angebot, an Atomkraft hält man weiterhin fest.
Wenn das Kraftwerk auf den Hechtkopf, der Landzunge zwischen Landratsamt und Neckarfreibad, endlich steht, werden sich auch Fahrradfahrer und Fußgänger freuen. „wie früher wird der Weg wieder direkt am Neckar entlang gehen“, erklärt Bauingenieurin Helm. Dort, wo das Wasser aus dem Kraftwerk wieder in den Neckar geleitet wird, werde man die Schwergewichtsmauer am Ufer einschneiden und eine Brücke bauen. „Das Umfeld begrünen wir, es werden Bänke aufgestellt und von einer Art Atrium aus kann man in das Kraftwerk hineinschauen.“ Außer Schaltschränken wird es allerdings nicht viel zu sehen geben, „denn die Turbinen sind nun mal unter Wasser“. An die Fische ist auch gedacht. Die werden die Hürde über eine extra gebaute Rinne, einen Fischabstieg am Rand des Kraftwerkes nehmen können.
Um elf Uhr sitzt die erste Turbine in ihrer Fassung. „Das war sehr schnell und sehr genau“, sagt Sprecherin Dehmer zufrieden. Die zweite Turbine soll am Nachmittag eingesetzt werden. Dann kommen die Verschalungen, das Laufrad muss noch eingefügt werden. Dehmer: „Jetzt geht es zügig in die Endphase.“ Voraussichtlich End Juli kommt der Generator und dann ist das Kraftwerk schon fast fertig.

Ein großer Kran transportiert die Turbine fürs Wasserkraftwerk in die vorgesehene Öffnung.
Esslingen: Kraftwerk auf dem Hechtkopf nimmt Formen an
Punkt neun Uhr treffen die Radlader aus Ungarn mit den beiden Riesenturbinen ein. Die Teile sind für das neue Wasserkraftwerk am Neckar bestimmt. Der große Kran, der die Turbinen durch die Luft in die wartenden Betonbau transportiert, steht bereit und Projektleiterin Claudia Helm beobachtet auf der Baustelle neben der Wehranlage konzentriert den Fortgang der Arbeiten. Im Frühjahr 2011 soll das EnBW-Kraftwerk den Betrieb aufnehmen und bis zu 7,1 Gigawatt Strom im Jahr erzeugen.
Von Gesa von Leesen
Am Freitagnachmittag wurde die Turbine in St. Pölten in Niederösterreich aufgeladen. Dort sitzt die Firma Kössler, eine Tochter des Voith-Konzerns, die die Turbinen gebaut hat. Montagmorgen konnte Peter Domokos mit seiner Fracht starten. „Höchstens 80 Stundenkilometer können wir fahren“, erzählt der Ungar. „Aber es hat alles gut geklappt, am Nachmittag waren wir hier.“ Sein Job ist nun erstmal beendet, Kössler-Mitarbeiter eilen herbei, um die erste der zwei angelieferten Turbinen an den Ketten des Krans zu befestigen. Nach einigem Hin und Her erhebt sich die Getrieberohrturbine in die Luft, schwenkt über die Baustelle und senkt sich langsam in Richtung der Turbinenöffnung. Helfende Hände dirigieren das Teil in die Tiefe, kurz bevor es aufsetzt, greift einer der Kössler-Männer zur Flex: Die Standstützen müssen ab. In wenigen funkensprühenden Minuten ist die Aufgabe erledigt, die Turbine kann aufsitzen.
Im Herbst soll der Bau fertig sein, erklärt EnBW-Sprecherin Maria Dehmer, nach einem Probebetrieb will man das 5,2 Millionen Euro teure Wasserkraftwerk im Frühjahr kommenden Jahres ans Netz nehmen. Der dort erzeugte Strom reiche für etwa 2000 Haushalte. Bislang werden 150.000 Haushalte mit Energie aus dem Neckar versorgt. So erhöht die EnBW nach und nach den Anteil von regenerierbarer Energie in ihrem Angebot, an Atomkraft hält man weiterhin fest.
Wenn das Kraftwerk auf den Hechtkopf, der Landzunge zwischen Landratsamt und Neckarfreibad, endlich steht, werden sich auch Fahrradfahrer und Fußgänger freuen. „wie früher wird der Weg wieder direkt am Neckar entlang gehen“, erklärt Bauingenieurin Helm. Dort, wo das Wasser aus dem Kraftwerk wieder in den Neckar geleitet wird, werde man die Schwergewichtsmauer am Ufer einschneiden und eine Brücke bauen. „Das Umfeld begrünen wir, es werden Bänke aufgestellt und von einer Art Atrium aus kann man in das Kraftwerk hineinschauen.“ Außer Schaltschränken wird es allerdings nicht viel zu sehen geben, „denn die Turbinen sind nun mal unter Wasser“. An die Fische ist auch gedacht. Die werden die Hürde über eine extra gebaute Rinne, einen Fischabstieg am Rand des Kraftwerkes nehmen können.
Um elf Uhr sitzt die erste Turbine in ihrer Fassung. „Das war sehr schnell und sehr genau“, sagt Sprecherin Dehmer zufrieden. Die zweite Turbine soll am Nachmittag eingesetzt werden. Dann kommen die Verschalungen, das Laufrad muss noch eingefügt werden. Dehmer: „Jetzt geht es zügig in die Endphase.“ Voraussichtlich End Juli kommt der Generator und dann ist das Kraftwerk schon fast fertig.
geleesen - 21. Jun, 11:50